Was ein Auftrag in Hamm verlangt, hängt vom Anliegen ab. Eine Adressermittlung führt über andere Wege als die Untersuchung eines Gerätes, und eine Beobachtung stellt wieder andere Anforderungen. Am Beispiel einer Beobachtung lässt sich zeigen, worauf es hier ankommt.
Die Weststraße ist seit Oktober 1970 Fußgängerzone, 325 Meter lang, von der Pauluskirche bis zum Westentor, und sie hat zunehmend Leerstände. Eine kurze Einkaufsstraße mit weniger Publikum heißt für eine Beobachtung: weniger Deckung, mehr Abstand, häufiger Wechsel.
Hamm ist mit 226 Quadratkilometern flächengroß und hat sieben Stadtbezirke, die sehr verschieden sind. Rhynern ist der größte und überwiegend ländlich und landwirtschaftlich geprägt: gut 18.500 Einwohner, rund 314 je Quadratkilometer. Auf dem Land gibt es keine Menge, in der man untergeht, sondern Nachbarn, die einander kennen.
Die Lippe durchfließt das Stadtgebiet auf gut 31 Kilometern, das Gelände ist flach: zwischen dem höchsten und dem tiefsten Punkt liegen keine dreiundsechzig Meter. Das bedeutet weite Sicht, aber auch wenig natürliche Deckung. Die Stadt liegt am Kamener Kreuz, die A2 und die A1 haben mehrere Anschlussstellen im Stadtgebiet. Dazu zwei Flächen, auf denen niemand zufällig steht: der Rangierbahnhof mit rund 110 Hektar und der Stadthafen mit etwa sechs Quadratkilometern und 3,4 Kilometern Kailänge. Am Hauptbahnhof halten Fernzüge, rund 27.000 Reisende am Tag. Unsere Detektive arbeiten je nach Schweregrad des Falls mit zwei oder drei Fahrzeugen. Geht es um eine Firmenadresse, die längere Zeit beobachtet werden muss, arbeiten wir stattdessen von einer getarnten Basis aus.
Mehr, als der Fall verlangt, setzen wir nicht ein: zielführend, diskret und verhältnismäßig.