Was ein Auftrag in Leipzig verlangt, hängt vom Anliegen ab. Eine Adressermittlung führt über andere Wege als die Untersuchung eines Gerätes, und eine Beobachtung stellt wieder andere Anforderungen. Am Beispiel einer Beobachtung lässt sich zeigen, worauf es hier ankommt.
Die Altstadt liegt geschlossen innerhalb des Promenadenrings und ist von Passagen und Höfen durchzogen; die Mädlerpassage an der Grimmaischen Straße ist die bekannteste. Passagen haben mehrere Ausgänge, und genau das macht sie für eine Beobachtung anspruchsvoll: wer nur einen Eingang im Blick hat, hat gar nichts im Blick.
Die Südvorstadt kommt auf rund 10.600 Einwohner je Quadratkilometer, Gohlis-Nord auf etwa 4.300. In der einen Lage geht ein Beobachter in der Menge unter, in der anderen steht er in einer ruhigen Straße, in der man einander kennt.
Leipzig liegt am Zusammenfluss von Weißer Elster, Pleiße und Parthe, und der Auwald zieht sich mit rund 2.500 Hektar auf über dreißig Kilometern durch die Stadt, zwei bis fünf Kilometer breit. Am Schkeuditzer Kreuz, gut fünfzehn Kilometer nordwestlich, treffen A9 und A14 mit rund 123.000 Fahrzeugen am Tag zusammen. Der Hauptbahnhof ist der größte Kopfbahnhof Europas mit über 140 Geschäften, also eher ein Einkaufszentrum mit Gleisen als eine Halle: dort verliert man eine Zielperson in Sekunden. Unsere Detektive arbeiten je nach Schweregrad des Falls mit zwei oder drei Fahrzeugen. Geht es um eine Firmenadresse, die längere Zeit beobachtet werden muss, arbeiten wir stattdessen von einer getarnten Basis aus.
Was davon nötig ist, entscheidet der Fall, und es bleibt zielführend, diskret und verhältnismäßig.