Was ein Auftrag in Wiesbaden verlangt, hängt vom Anliegen ab. Eine Adressermittlung führt über andere Wege als die Untersuchung eines Gerätes, und eine Beobachtung stellt wieder andere Anforderungen. Am Beispiel einer Beobachtung lässt sich zeigen, worauf es hier ankommt.
Kirchgasse und Langgasse bilden zusammen die Haupteinkaufsstraße und sind Fußgängerzone; 2018 wurden dort gut 7.000 Passanten gezählt. Daneben liegt das Bowling Green zwischen Wilhelmstraße und Kurhaus. Das ist ein überschaubarer Bereich, in dem derselbe Beobachter nicht zweimal am selben Tag auffallen darf.
Das Westend ist der flächenmäßig kleinste und zugleich am dichtesten besiedelte Stadtbezirk, keine siebzig Hektar groß. Sonnenberg dagegen hat rund 7.960 Einwohner auf gut acht Quadratkilometern, also etwa 950 je Quadratkilometer, und liegt mit seinem Ortskern im engen Rambachtal zwischen bewaldeten Höhen. Zwei Bezirke, zwei Vorgehensweisen.
Die Stadt liegt in einem vom Taunus geschützten Talkessel rund fünf Kilometer vom Rhein entfernt, zwischen 83 Metern an der Schiersteiner Hafeneinfahrt und 608 Metern auf der Hohen Wurzel. Nach Mainz führt außerhalb der Autobahnen nur die Theodor-Heuss-Brücke, und die ist für schwere Lastwagen gesperrt; daneben gibt es die Schiersteiner und die Weisenauer Brücke. Am Wiesbadener Kreuz treffen A3 und A66 mit rund 210.000 Fahrzeugen am Tag zusammen. Eine Straßenbahn gibt es seit 1955 nicht mehr, der Hauptbahnhof ist ein Kopfbahnhof: der Verkehr läuft über die Straße, und das macht Beobachtungen planbarer. Unsere Detektive arbeiten je nach Schweregrad des Falls mit zwei oder drei Fahrzeugen. Geht es um eine Firmenadresse, die längere Zeit beobachtet werden muss, arbeiten wir stattdessen von einer getarnten Basis aus.
Mehr, als zielführend, diskret und verhältnismäßig ist, setzen wir nicht ein.