Was ein Auftrag in Mainz verlangt, hängt vom Anliegen ab. Eine Adressermittlung führt über andere Wege als die Untersuchung eines Gerätes, und eine Beobachtung stellt wieder andere Anforderungen. Am Beispiel einer Beobachtung lässt sich zeigen, worauf es hier ankommt.
Die Altstadt umfasst 2,4 Quadratkilometer und hat nach der Neustadt die zweithöchste Bevölkerungsdichte der Stadt; im Kirschgarten stehen Fachwerkzeilen aus dem 15. bis 18. Jahrhundert. Enge, gewachsene Gassen bedeuten kurze Sichtlinien und viele Ecken: dort arbeitet man zu Fuß und mit mehreren Positionen.
Der Lerchenberg ist das Gegenteil: eine ab 1964 geplante Siedlung mit rund 6.600 Einwohnern, gut sechs Kilometer südwestlich des Zentrums, umgeben von Feldern, Wiesen und Wald. Wer dort steht, steht sichtbar. Auf dem Lerchenberg liegt auch das ZDF-Sendezentrum mit einem rund einen Quadratkilometer großen Gelände.
Der Main mündet gegenüber der Altstadt in den Rhein, und über den Rhein führen unter anderem die Theodor-Heuss-Brücke nach Mainz-Kastel und die Schiersteiner Brücke mit der A643. Ringsherum liegt der Mainzer Ring aus A60, A643, A66 und A671 mit Knoten wie dem Schiersteiner Kreuz und dem Mainspitz-Dreieck. Frankfurt liegt dreißig Kilometer Luftlinie entfernt, der Flughafen 27: eine Zielperson kann von Mainz aus in kurzer Zeit sehr weit kommen. Am Hauptbahnhof zählt die Bahn rund 55.000 Reisende am Tag. Ein Privatdetektiv allein reicht dafür selten; je nach Schweregrad des Falls arbeiten wir mit zwei oder drei Fahrzeugen. Geht es um eine Firmenadresse, die längere Zeit beobachtet werden muss, arbeiten wir stattdessen von einer getarnten Basis aus.
Wie viel davon nötig ist, entscheidet der Fall: zielführend, diskret und verhältnismäßig.